Die Gerechten: Ausstellung im Museum im Ballhaus in Imst

Eine aktuelle Ausstellung im Museum im Ballhaus in Imst beschäftigt sich mit jenen Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus jüdische Menschen beschützt haben und dabei ihr eigenes Leben riskierten.

Die Ausstellung zeigt das Leben der jüdischen Bevölkerung  vor der Machtübernahme durch das NS-Regime, aber auch die verheerenden Veränderungen und ihre Folgen. In einem „Täter-Spalier“ werden einige der aus Österreich stammenden Täter dieses grausamen Regimes porträtiert. Im Mittelpunkt stehen aber die Lebensgeschichten der „Gerechten": Wer waren diese Menschen? Was bewog sie dazu, ihr Leben für andere, manchmal sogar völlig Unbekannte, aufs Spiel zu setzen?

Die Holocaust -  Gedenk- und Forschungsstätte Yad Vashem Jerusalem ehrt diese Lebensretter, die übrigens aus allen Bevölkerungsschichten stammten, als „Gerechte unter den Völkern“. Etwa 110 Österreichern wurde bisher diese Ehre zuteil, 17 aus Tirol. Ihnen ist die Ausstellung „Die Gerechten – Courage ist eine Frage der Entscheidung“ gewidmet, denn ihre Geschichten sind in der Bevölkerung bisher wenig bekannt.

Überlebende kommen zu Wort und erzählen aus ihrer Sicht, wie sich ihre ganz normale Kindheit damals über Nacht plötzlich verändert hat. Auch verschiedene Rettungsgeschichten werden dokumentiert. Zeithistoriker Niko Hofinger hat ein Kapitel über Tiroler Gerechte recherchiert und zeigt, dass es auch praktisch vor der Haustüre Menschen gegeben hat, die durch ihr Handeln zum Lebensretter geworden sind. Und schließlich stellt die Ausstellung auch Verbindungen zu aktuellen Themen her und greift das Thema Zivilcourage auf. Denn auch heute braucht es Menschen mit Überzeugung, Mut, und Rückgrat, die Unrecht nicht ignorieren, nicht Wegschauen, sondern dagegen auftreten.

Etwa ein Drittel der rund 200.000 Jüdinnen und Juden Österreichs, die hauptsächlich in Wien lebten, wurde während der NS-Zeit ermordet. In Tirol umfasste die jüdische Bevölkerung gut 700 Menschen, jeder Dritte kam durch das NS-Regime ums Leben.

Die Ausstellung wurde von Michael John (Universität Linz) und Albert Lichtblau (Universität Salzburg) kuratiert und von Architekt Manfred Lindorfer gestalterisch umgesetzt. Nach mehreren Stationen in Österreich (Steyr, Graz, Klagenfurt, Wels, Feldkirch, Innsbruck) gastiert die Ausstellung nun bis August im Museum im Ballhaus Imst.

Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag, Freitag 14-18 Uhr, Samstag 9-12 Uhr sowie nach Vereinbarung. Führungen, besonders für Schulklassen (ab ca. 14 J) jederzeit nach Vereinbarung: ballhaus.imst@cni.at; 0664/ 606 98 215.

Informationen zur Ausstellung: www.gerechte.at